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Break-even berechnen: Formel & Beispiele einfach erklärt

Wann arbeiten Sie für echten Gewinn – und wann nur für Ihre Kosten? Break-even einfach erklärt mit Formel, 3 Praxisbeispielen und kostenlosem Rechner.

·10 Min.·
Break-even berechnen: Formel & Beispiele einfach erklärt

Sie arbeiten – aber wissen Sie, ab wann Sie wirklich verdienen? Nicht ab wann Sie Umsatz machen, sondern ab wann nach Abzug aller Kosten tatsächlich etwas übrig bleibt. Genau das zeigt der Break-even-Point. Er ist die eine Zahl, die viele kennen sollten – und die die wenigsten je ausgerechnet haben.

Der Break-even ist kein Werkzeug für Finanzfachleute. Es ist eine einfache Rechnung, die Ihnen in wenigen Minuten zeigt, wo Sie stehen. Dieser Artikel erklärt, wie sie funktioniert – mit Zahlenbeispielen aus drei verschiedenen Branchen und einem kostenlosen Rechner zum direkten Ausprobieren.

★ Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Der Break-even zeigt, ab wann Ihre Einnahmen Ihre Kosten decken.
  • Die Formel: Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag pro Einheit.
  • Unterhalb des Break-even machen Sie Verlust, oberhalb beginnt die Gewinnzone.
  • Wichtig: Break-even heisst nicht automatisch, dass Geld auf dem Konto ist. Dafür brauchen Sie zusätzlich eine Liquiditätsplanung.

Was ist der Break-even-Point?

Der Break-even-Point – auf Deutsch auch Gewinnschwelle oder Kostendeckungspunkt – ist der Punkt, an dem Ihre Einnahmen genau Ihre Kosten decken. Nicht mehr, nicht weniger. Kein Gewinn. Kein Verlust. Null.

Klingt unspektakulär. Ist es aber nicht. Denn alles, was Sie unterhalb dieses Punktes erwirtschaften, kostet Sie Geld. Und alles, was Sie darüber erwirtschaften, ist echter Gewinn.

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Definition

Der Break-even-Point ist die Menge an Umsatz oder verkauften Einheiten, ab der ein Unternehmen alle Kosten gedeckt hat. Erst danach beginnt die Gewinnzone.

Anders gesagt: Bis zum Break-even arbeiten Sie für Ihre Kosten. Ab dem Break-even arbeiten Sie für sich.

Viele Selbstständige machen Umsatz – und trotzdem bleibt am Ende des Monats zu wenig übrig. Nicht weil das Geschäft schlecht läuft, sondern weil sie nie ausgerechnet haben, wie viel Umsatz sie überhaupt brauchen, damit sich die Arbeit lohnt. Der Break-even gibt Ihnen diese Zahl.

Warum sollten Sie Ihren Break-even kennen?

Die Antwort hängt davon ab, wo Sie gerade stehen.

Wenn Sie noch nicht gegründet haben: Der Break-even zeigt Ihnen, ob Ihre Geschäftsidee rechnerisch funktionieren kann. Bevor Sie investieren, Räume mieten und loslegen, sollten Sie eine Frage beantworten können: Wie viele Kunden, Aufträge oder Produkte brauche ich, um meine Kosten zu decken? Wenn diese Zahl realistisch erreichbar ist – gut. Wenn nicht, ist es besser, das jetzt zu wissen.

Wenn Sie bereits am Markt sind: Der Break-even ist ein Signal. Wer viel arbeitet und trotzdem das Gefühl hat, dass zu wenig übrig bleibt, bekommt mit dem Break-even eine erste Orientierung: Überschreite ich ihn regelmässig – oder nicht? Was die genaue Ursache ist, muss man dann separat anschauen. Aber der Break-even zeigt Ihnen zumindest, ob Sie sich in der richtigen Zone befinden.

Und noch etwas, das häufig vergessen wird: Banken und Investoren schauen auf den Break-even. Wer einen Kredit oder eine Förderung beantragt, sollte wissen, ab wann sein Unternehmen profitabel arbeitet. Das ist keine Bürokratie – das ist Seriosität.

Was brauchen Sie für die Berechnung?

Drei Zahlen. Nicht mehr.

1. Fixkosten

Das sind alle Kosten, die jeden Monat anfallen – egal ob Sie einen Auftrag haben oder nicht. Miete, Versicherungen, Leasing, Buchhaltung, Telefonabo, Ihr Inhaberlohn. Diese Kosten laufen weiter, auch wenn Sie krank sind, Ferien machen oder einen ruhigen Monat haben. Bei einer Massagepraxis gehören auch Leasing oder Abzahlung der Liege und Geräte dazu – die laufen unabhängig davon, ob jemand auf der Massageliege liegt oder nicht.

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Der eigene Lohn gehört in die Fixkosten

Viele Selbstständige rechnen so: Miete + Software + Material = Kosten. Und vergessen dabei den wichtigsten Posten – sich selbst.

Wenn Ihr eigener Lohn nicht in der Kalkulation steht, berechnen Sie nur, ab wann Ihr Unternehmen seine Rechnungen bezahlt – aber nicht, ab wann auch Sie selbst davon leben können.

2. Variable Kosten pro Einheit

Das sind Kosten, die nur entstehen, wenn Sie auch wirklich etwas leisten oder verkaufen. Bei einer Massagepraxis sind das Öl und Verbrauchsmaterial pro Behandlung. Beim Maler das Material pro Auftrag. Im Café die Zutaten pro Bon. Wer Mitarbeitende beschäftigt, die direkt an der Leistung mitarbeiten, zählt auch deren Lohn zu den variablen Kosten. Diese Kosten steigen mit dem Umsatz – und sinken, wenn weniger läuft.

3. Verkaufspreis pro Einheit

Was verlangen Sie für eine Behandlungsstunde, eine fakturierte Stunde, einen durchschnittlichen Bon? Das ist Ihr Preis – der Betrag, den der Kunde bezahlt.

Aus diesen drei Zahlen ergibt sich der Deckungsbeitrag

Deckungsbeitrag = Verkaufspreis − variable Kosten pro Einheit

Der Deckungsbeitrag zeigt, wie viel von jeder eingenommenen Einheit zur Deckung Ihrer Fixkosten übrig bleibt. Erst wenn alle Fixkosten gedeckt sind, beginnt der Gewinn.

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Fakturierbare Stunden ≠ Arbeitsstunden

Wenn Sie als Dienstleister oder Handwerker mit Stunden rechnen, ist das die wichtigste Unterscheidung überhaupt: Sie arbeiten vielleicht 45 Stunden pro Woche – aber nur ein Teil davon ist fakturierbar, also dem Kunden in Rechnung gestellt.

Der Rest geht für Offerten, Anfahrt, Einkauf, Buchhaltung, Akquise und Leerläufe drauf. In vielen Handwerksbetrieben sind das nur 50–65 % der Arbeitszeit. Wer mit der vollen Arbeitszeit kalkuliert, rechnet sich systematisch reich – und wundert sich später, warum das Konto leer bleibt.

Die Formel – so berechnen Sie Ihren Break-even

Die Formel ist einfach:

Break-even = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag pro Einheit

Das Ergebnis sagt Ihnen: So viele Einheiten – Stunden, Behandlungen, Bons – müssen Sie verkaufen, damit Sie keinen Verlust mehr machen. Ab der nächsten Einheit verdienen Sie.

Ein Beispiel zum Einstieg: Eine Grafikerin hat monatliche Fixkosten von 3'500. Sie verrechnet 120 pro Stunde, ihre variablen Kosten betragen 10 pro Stunde. Ihr Deckungsbeitrag: 110.

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Break-even = 3'500 ÷ 110 = 32 Stunden

Die Grafikerin muss 32 abrechenbare Stunden pro Monat fakturieren, um ihre Kosten zu decken. Ab Stunde 33 verdient sie wirklich.

Klingt machbar? Kommt darauf an, wie viele ihrer Arbeitsstunden tatsächlich fakturierbar sind – und wie viele in Administration, Akquise oder unbezahlten Tätigkeiten verschwinden.

Genau da fangen die meisten an, ehrlich auf ihre eigenen Zahlen zu schauen. Und das ist gut so.

Selbstständige visualisiert die Deckungsbeitrags-Formel: Verkaufspreis minus variable Kosten gleich DB
Der Deckungsbeitrag ist die Brücke zwischen Preis und Break-even.

Drei Branchen, eine Formel – so sieht es in der Praxis aus

Dieselbe Formel. Drei völlig verschiedene Zahlenrealitäten. Eine Kosmetikerin, ein Maler, ein kleines Take-away-Café. Alle drei berechnen ihren Break-even auf genau dieselbe Weise – mit komplett unterschiedlichen Ergebnissen.

Kosmetikerin Maler Take-away-Café
Fixkosten / Monat 2'800 3'400 6'500
Variable Kosten 22 / Behandlung 14 / Stunde 2.50 / Bon
Ø Preis 85 / Std. (1h) 58 / Stunde 9.50 / Bon
Deckungsbeitrag 63 44 7.00
Break-even 45 Std. / Monat 78 Std. / Monat 929 Bons / Monat
Das bedeutet ca. 2.3 Std./Tag ca. 4 Std./Tag ca. 36 Bons/Tag

Was sehen Sie hier?

Die Kosmetikerin braucht 45 fakturierbare Stunden im Monat – das sind bei 22 Arbeitstagen etwa 2.3 Stunden pro Tag. Was auf den ersten Blick komfortabel klingt, ist es in der Praxis weniger: Zwischen Behandlungen liegen Reinigungszeiten, Pausen, Termine die kurzfristig abgesagt werden. Wer das nicht einrechnet, überschätzt seine verfügbare Kapazität.

Der Maler muss 78 fakturierbare Stunden leisten. Bei 160 monatlichen Arbeitsstunden klingt das machbar – aber wie viele davon sind wirklich abrechenbar? An- und Abfahrt, Angebote schreiben, Material holen, Nachbesserungen: Das alles kostet Zeit, die nicht fakturiert wird.

Kurz zur Erklärung: Beim Maler wird pro fakturierbarer Stunde gerechnet. Material, Farbe, Abdeckmaterial und andere direkt zurechenbare Kosten werden auf eine Arbeitsstunde umgelegt. Viele Handwerker denken zwar in Aufträgen statt in Stunden – aber für den Break-even-Vergleich ist die Stunde die gemeinsame Einheit, die alle drei Branchen vergleichbar macht.

Das kleine Take-away-Café – ohne Angestellte, von der Inhaberin allein geführt – braucht 929 Bons pro Monat. Das sind rund 36 zahlende Gäste pro Tag bei 26 Öffnungstagen. Hier ist wichtig: Ein „Bon" entspricht dem durchschnittlichen Kassenumsatz pro Gast, nicht nur einem Kaffee. Wer noch Gipfeli, Sandwiches oder ein Mittagsangebot verkauft, hebt den Durchschnittsbon – und kommt schneller in die Gewinnzone.

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Was tun, wenn der Break-even zu hoch ist?

Wenn Sie Ihren Break-even berechnet haben und die Zahl Ihnen Unbehagen bereitet – was dann? Es gibt drei Stellschrauben. Nur drei. Und Sie können an allen gleichzeitig drehen.

1

Preise erhöhen

Das ist die wirkungsvollste Massnahme. Wer den Preis erhöht, erhöht den Deckungsbeitrag – und senkt damit den Break-even. Eine Masseurin, die ihre 60-Minuten-Massage von 110 auf 120 erhöht, verbessert ihren Deckungsbeitrag pro Behandlung um 10 – ohne eine Minute mehr zu arbeiten. Bei 80 Behandlungen im Monat sind das 800 mehr, jeden Monat.

2

Fixkosten senken

Schauen Sie durch Ihre Fixkostenliste mit einer einzigen Frage: Brauche ich das wirklich – für meinen Betrieb, heute? Abonnements, die niemand nutzt. Software, die doppelt vorhanden ist. Räume, die zu gross sind. Fixkosten sind hartnäckig, weil man sie einmal unterschreibt und dann vergisst. Einmal pro Jahr durchgehen lohnt sich.

3

Variable Kosten optimieren

Wo kaufen Sie ein? Zu welchen Konditionen? Gibt es günstigere Alternativen ohne Qualitätsverlust? Jede Senkung der variablen Kosten erhöht den Deckungsbeitrag – und senkt den Break-even. Das ist oft kleinteilig, aber es summiert sich.

Welches Angebot bringt Sie schneller in die Gewinnzone?

Nicht alle Leistungen tragen gleich viel zum Gewinn bei. Das ist die Erkenntnis, die viele überrascht – und die gleichzeitig das grösste Steuerungspotenzial hat.

Deckungsbeitrag und freie Kapazität

Solange Sie freie Kapazität haben – also noch nicht ausgebucht sind – kann zusätzlicher Umsatz helfen. Vorausgesetzt, der Preis deckt die variablen Kosten und bringt einen positiven Deckungsbeitrag. In diesem Fall spielt es eine geringere Rolle, welches Angebot Sie priorisieren, denn jede zusätzliche Einheit mit positivem Deckungsbeitrag verbessert Ihre Situation.

Sobald Sie an eine Kapazitätsgrenze stossen, ändert sich die Frage

Wenn Ihre Zeit begrenzt ist – und das ist sie bei den meisten Selbstständigen und KMU – dann ist nicht mehr die Frage, wie viel Sie verkaufen, sondern was Sie verkaufen. Die Antwort: das Angebot mit dem höchsten Deckungsbeitrag pro Einheit. Denn das bringt Sie bei jeder einzelnen Stunde oder Behandlung am schnellsten in die Gewinnzone.

Ein konkretes Beispiel für eine Massagepraxis mit vier verschiedenen Behandlungen:

Leistung Dauer Preis Var. Kosten DB DB / Stunde
Teilmassage Rücken/Nacken 30 Min. 60 3 57 114
Klassische Massage 60 Min. 110 5 105 105
Sportmassage 60 Min. 120 5 115 115
Lymphdrainage 90 Min. 150 6 144 96

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt

Schauen Sie nicht auf den Deckungsbeitrag pro Behandlung, sondern auf den Deckungsbeitrag pro Stunde. Denn bei Dienstleistungen ist Ihre Zeit die eigentliche Begrenzung – nicht das Material.

Bei einer Massagepraxis fällt zuerst auf: Die variablen Kosten sind winzig. Ein bisschen Öl, etwas Verbrauchsmaterial – mehr nicht. Fast der ganze Preis ist Deckungsbeitrag. Das ist typisch für reine Dienstleistungen. Und genau deshalb ist die Frage nicht, wie viel Material etwas kostet, sondern wie viel Zeit es bindet.

Die Lymphdrainage hat mit 150 den höchsten Preis und mit 144 den höchsten Deckungsbeitrag pro Behandlung. Trotzdem ist sie pro Stunde die schlechteste Wahl – weil sie 90 Minuten dauert. Pro Stunde bleiben nur 96. Die kurze Teilmassage dagegen bringt 114 pro Stunde, obwohl sie nur 60 kostet.

Sehen Sie den Unterschied? Wer einen vollen Terminkalender hat, bringt mit zwei Teilmassagen in einer Stunde mehr ein als mit zwei Dritteln einer Lymphdrainage. Bei begrenzter Zeit ist nicht der Behandlungspreis entscheidend – sondern was pro Stunde übrig bleibt.

Das ist keine Frage des Geschmacks. Das ist eine Frage der Rechnung.

Zur Praxis: Rechnen Sie für jede Ihrer Leistungen den Deckungsbeitrag pro Stunde aus – Preis minus variable Kosten, geteilt durch die Dauer. Dann wissen Sie, womit Sie bei Engpass priorisieren sollten und womit Sie eher dann auffüllen, wenn Sie noch Kapazität frei haben.

Kostenloser Rechner: Welches Angebot bringt Sie schneller in die Gewinnzone?

Tragen Sie Ihre Leistungen mit Preis, Dauer und Zusatzzeit ein – der Rechner zeigt Ihnen den echten Deckungsbeitrag pro Stunde und welche Leistung Sie bei Engpass priorisieren sollten.

Zum Rechner →

Break-even und Liquidität – was viele vergessen

Der Break-even sagt Ihnen, wann Sie Gewinn machen. Nicht wann das Geld auf dem Konto ist.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Sie können Ihren Break-even überschritten haben – und trotzdem einen leeren Kontostand haben. Wenn Kunden erst in 60 Tagen zahlen, Ihre Ausgaben aber pünktlich abgebucht werden, entsteht eine Lücke. Kein Fehler in der Kalkulation, sondern ein Liquiditätsproblem.

Break-even und Liquiditätsplanung sind zwei verschiedene Werkzeuge – und beide sind notwendig. Der Break-even zeigt, ob Ihr Geschäftsmodell funktioniert. Die Liquiditätsplanung zeigt, ob das Geld da ist, wenn Sie es brauchen. Wer nur eines davon kennt, hat nur die halbe Wahrheit.

So hilft Ihnen machesclever beim Break-even

machesclever ist ein Business-Simulator für Selbstständige und KMU. Sie tragen im Businessplan Ihre eigenen Zahlen ein – Umsatz, variable Kostenquote und alle Fixkosten inklusive Ihres eigenen Lohns – und sehen Monat für Monat, ob Sie über oder unter Ihrem Break-even liegen.

  • Mit eigenen Zahlen rechnen statt mit Vorlagen: Fixkosten, variable Kosten und Umsatz selbst eingeben.
  • Szenarien durchspielen: Was passiert, wenn Sie eine Fixkostenposition senken, mehr Lohn entnehmen oder den Umsatz steigern?
  • Gewinn und Liquidität gleichzeitig sehen: nicht nur „rechnet es sich", sondern auch „reicht das Geld auf dem Konto".
  • Risikofrei testen, bevor Sie Entscheidungen im echten Geschäft treffen.

FAQ – Häufige Fragen zum Break-even

Was ist der Unterschied zwischen Break-even und Gewinn?

Am Break-even-Point ist der Gewinn null. Kosten und Einnahmen sind gleich hoch. Erst danach – bei jeder weiteren Einheit – entsteht Gewinn. Der Break-even ist die Schwelle. Der Gewinn ist das, was darüber liegt.

Wie oft sollte ich meinen Break-even neu berechnen?

Mindestens einmal pro Jahr. Und immer dann, wenn sich etwas Wesentliches ändert: neue Fixkosten, Preisanpassungen, veränderte Materialkosten, ein neues Angebot. Der Break-even ist kein einmaliges Dokument – er ist ein laufendes Orientierungsinstrument.

Was wenn ich mehrere Leistungen oder Produkte anbiete?

Dann sollten Sie nicht nur mit einem einzigen Durchschnittswert arbeiten. Ein Durchschnitt kann als grobe Orientierung helfen – besonders wenn Sie schnell abschätzen möchten, ob Ihr Unternehmen insgesamt kostendeckend arbeitet.

Aussagekräftiger ist aber die Einzelrechnung: Berechnen Sie für jede Leistung den Deckungsbeitrag separat.

Beispiel: Eine 60-Minuten-Behandlung kann mehr Umsatz bringen als eine 30-Minuten-Behandlung. Trotzdem kann die kürzere Behandlung pro Stunde profitabler sein, wenn sie weniger Zeit bindet und einen höheren Deckungsbeitrag pro Stunde bringt.

Darum gilt:
Für den schnellen Überblick können Sie mit einem Durchschnitt rechnen. Für echte Entscheidungen – Preise, Angebot, Prioritäten und Auslastung – sollten Sie Ihre Leistungen einzeln vergleichen.

Gilt der Break-even auch für Neugründungen, wenn ich noch keine Zahlen habe?

Ja – und gerade dann ist er besonders wichtig. Sie arbeiten mit Schätzungen statt mit Ist-Zahlen. Das ist kein Problem, solange Sie ehrlich schätzen. Was kosten mich die Fixkosten realistisch? Was werde ich verlangen? Was ist mein Aufwand pro Leistung? Wer diese drei Fragen beantworten kann, kann seinen Break-even berechnen – auch vor dem ersten Auftrag.

Kann ich den Break-even auch in Umsatz statt in Stück berechnen?

Ja. Manchmal ist es einfacher zu fragen:

Wie viel Umsatz brauche ich pro Monat, damit meine Kosten gedeckt sind?

Das ist besonders hilfreich, wenn Sie nicht immer das Gleiche verkaufen. Zum Beispiel bei einem Café, einer Praxis, einem Laden oder bei Dienstleistungen mit unterschiedlichen Preisen.

Dafür brauchen Sie zwei Zahlen:

Ihre Fixkosten pro Monat
Beispiel: CHF 5'000

Wie viel vom Umsatz nach den variablen Kosten übrig bleibt
Beispiel: Von CHF 100 Umsatz bleiben CHF 60 übrig.
Die restlichen CHF 40 gehen für Material, Einkauf oder andere direkte Kosten weg.

Dann beträgt die Deckungsbeitragsquote 60 %.

Die Rechnung lautet:

CHF 5'000 ÷ 60 % = CHF 8'333

Das bedeutet:
Sie müssen etwa CHF 8'333 Umsatz pro Monat machen, damit Ihre Fixkosten gedeckt sind.

Warum mehr als CHF 5'000?
Weil nicht jeder Franken Umsatz vollständig bei Ihnen bleibt. Ein Teil geht für variable Kosten weg. In diesem Beispiel bleiben von jedem Franken Umsatz nur 60 Rappen zur Deckung der Fixkosten übrig.

Erst wenn Sie mehr als CHF 8'333 Umsatz machen, beginnt die Gewinnzone.

Was wenn mein Break-even unrealistisch hoch erscheint?

Dann ist das ein Signal. Entweder sind die Fixkosten zu hoch, die Preise zu tief, oder der erreichbare Markt zu klein. Jede dieser Ursachen hat eine andere Lösung. Der Break-even zeigt Ihnen, dass etwas nicht stimmt. Was genau – das müssen Sie dann separat anschauen. Aber er zeigt Ihnen zumindest, wo Sie hinschauen müssen.

Quellen

  • Anna Rennhofer: Break-Even-Point: So berechnest du deinen Gewinn, anna-rennhofer.at (August 2024)
  • Studyflix: Break-even-Point, studyflix.de (2025)
  • Papierkram: Der Break-Even-Punkt erklärt – So finden Selbstständige und Freelancer ihre Gewinnschwelle, papierkram.de (September 2025)
  • Shopify Deutschland: Was ist ein Break Even Point und wie berechnest du ihn?, shopify.com/de (November 2025)
  • Gründer.de: Break Even Point berechnen: Wann machst du Gewinn?, Andreas Fricke, gruender.de (August 2024)
  • KMU-Portal des Bundes (SECO): Praktisches Wissen für KMU – Glossar Break-even, kmu.admin.ch (2026)
  • Findea AG: Nullsummenspiel – Die Break-Even-Analyse, blog.findea.ch

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